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PRESSEMITTEILUNG


Die jüngere Geschichte Griechenlands ist nicht frei von Brüchen. Dazu zählen die Annexion des Landes im Zweiten Weltkrieg durch Deutsche, Italiener und Bulgaren sowie der anschließende Bürgerkrieg. Beide sind heute noch weitgehend tabuisiert. Dies gilt auch für die Liebesbeziehungen zwischen Wehrmachtssoldaten und Griechinnen und den Umgang mit den Kindern, die aus solchen Verbindungen hervorgingen. In die Wirren von Krieg und Nachkriegszeit hineingeboren, mußten sich diese auf eine lange – oft genug lebenslange – Suche nach ihren Wurzeln machen.

Dr. Kerstin Muth, Historikerin und Psychologin, hat ebenfalls gesucht: nach ebendiesen „Wehrmachtskindern“. In ihrem Buch „Die Wehrmacht in Griechenland – und ihre Kinder“ stellt sie nach einer Einführung in den historischen Kontext die Biographien von sechs Frauen und Männern vor, die sie zu ihrer Lebensgeschichte befragte. Auf dieser Grundlage wird deren biographischer Alltag betrachtet, werden – eingebettet in die jeweiligen historischen Umstände – Fragen neu gestellt und Antworten gesucht: Welche Einstellungen und Verhaltensweisen prägten ihr Handeln vor dem Hintergrund, daß die Eltern aus verfeindeten Nationen stammten? Hatten sie Sehnsucht nach dem abwesenden, unbekannten Vater? Wie gestaltete sich das Verhältnis zwischen den Müttern und ihren Kindern? Lange schwiegen die „Deutschenkinder“, doch mit zunehmendem Alter, mit mehr Zeit, Ruhe und Abstand bricht sich oft lange Verdrängtes wieder Bahn ins Bewußtsein ...

Zur Buchpräsentation und Diskussion in der Griechischen Kulturstiftung in Berlin wird auch einer der Betroffenen anwesend sein. In dessen Lebensgeschichte spiegelt sich nicht nur das deutsch-griechische Verhältnis, sondern auch das deutsch-deutsche in geradezu abenteuerlicher Weise: Von der Mutter nach Dresden gebracht und dort zurückgelassen, kümmert sich zunächst die Großmutter um das Kind – war doch der Vater gefallen und die Mutter wieder in Griechenland. Nachdem auch die Oma nach Westdeutschland gegangen war, kommt der Junge in ein Heim. Von dort versucht er zu türmen und ebenfalls in den Westen zu gehen. Die „Republikflucht“ mißlingt, er kommt ins Gefängnis. Nach der Entlassung arbeitet er in verschiedenen Berufen bis es ihm 1989, kurz vor dem Fall der Mauer, gelingt, in die BRD zu gehen.

Die Griechische Kulturstiftung Berlin
und der Eudora-Verlag Leipzig
laden
Sie herzlich ein, zur Buchpräsentation und Diskussion
am Donnerstag, dem 29. April 2010, 20.00 Uhr
in die Griechische Kulturstiftung,
Wittenbergplatz 3a, 10789 Berlin.

 

Kontakt:

Griechische Kulturstiftung
030/21 43 386
www.griechische-kultur.de


Eudora-Verlag Leipzig
0341/22 88 582
www.eudora-verlag.de

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