Die Wehrmacht in Griechenland - und ihre Kinder
[Kerstin Muth]
Die Geschichte Griechenlands während des Zweiten Weltkriegs
ist der breiten europäischen Öffentlichkeit kaum bekannt.
Und in Griechenland selbst weiß man wenig über die Lebensgeschichten
von Wehrmachtskindern – auch heute noch ein Tabu. Die meisten
„Deutschenkinder“ ihrerseits schweigen. Doch mit zunehmendem
Alter, mit mehr Zeit, Ruhe und Abstand bricht sich oft lange Verdrängtes
wieder Bahn ins Bewusstsein. Dann kann Reden befreien und mit dem
eigenen Schicksal versöhnen.
Auf der Grundlage von Interviews mit Kindern deutscher Soldaten
in Griechenland wird deren biographischer Alltag betrachtet; eingebettet
in die jeweiligen historischen Umstände, werden Fragen neu
gestellt, Antworten gesucht:
Wie wuchsen diese Kinder auf?
Wie reagierten sie, wenn sie sich mit ihrem Umfeld nicht in Übereinstimmung
fühlten, ja sogar Anfeindungen ausgesetzt waren?
Welche Einstellungen und Verhaltensweisen prägen ihr Handeln
vor dem Hintergrund, dass die Eltern aus verfeindeten Nationen stammten?
Hatten sie Sehnsucht nach dem abwesenden, unbekannten Vater?
Wie schwierig gestaltet sich die Suche nach ihm und damit die nach
der eigenen Identität?
Gibt es einen Grund, dass gerade die Jungen sich häufig zum
Kämpfer entwickelten?
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