GESCHICHTE
WIRD UNS ZUGEFÜGT.
Ein Ostdeutscher erinnert sich an das 20. Jahrhundert
[Peter Zimmermann]
Große Geschichte hinterläßt ihre Spuren, auch
im Leben des Peter Zimmermann. Kindheitserlebnisse prägen ganz
entscheidend den 1937 Geborenen und seinen Blick auf das vergangene
Jahrhundert. Dabei ist seine Biographie nicht eben typisch für
einen Ostdeutschen – er hat außergewöhnliche Menschen
getroffen, ist an ungewöhnlichen Orten gewesen.
Und obschon der Autor in diese Welt geraten zu sein scheint, nicht
selten von Zufällen getrieben wird - er hat sie betrachtet
und sich zu Herzen genommen, diese ganz unvollkommene Welt, kritisch
und mit Humor. Sie ist so unvollkommen wie er selbst, und im Großen
nur selten so gutmütig. Er ist kein Held. Dazu ist er zu schwach.
Er weiß es. Und er weiß, was er will. Seine eigenen
Ziele verfolgt er mit den Mitteln des kleinen Mannes, mit Beharrlichkeit
und Ironie – auch zu sich selbst –, Pfiffigkeit und
einer gewissen Resistenz gegen die allmächtigen, nicht immer
glücklichen Umstände. Er geht nie über Leichen, denn
eines will er auch: anständig bleiben.
Nun, das hat er wohl geschafft. Er hat vieles geschafft: promoviert wiederholt über englische Literatur, hält sich in Ghana und Syrien auf, verschläft einen Volksaufstand und verweigert sich einer Utopie, pflegt Freundschaften zum US-amerikanischen Multimillionär ebenso wie zum lettischen Briefmarkensammler, und all dies zu einer Zeit, in der das nicht leicht möglich oder nicht opportun war. Außer der Literatur liebt er auch die Frauen, das Bier, Briefmarken, und darin ist sein Leben wieder gar nicht so untypisch für eines jenseits aller Systeme.
REZENSIONEN
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