ELISABETH
UND KEIN ENDE ....
Zum Nachleben der heiligen Elisabeth von Thüringen.
[Hrsg.: Andreas Meyer]
Der 800. Geburtstag der heiligen Elisabeth von Thüringen (1207–1231)
wurde an verschiedenen Orten auf vielfältige Weise begangen,
nicht zuletzt in Marburg, der letzten Wirkungsstätte der Heiligen.
Das „Marburger Mittelalter-Zentrum“ widmete sich besonders
dem Nachwirken Elisabeths: zum einen konzentriert um die Reliquiare
mit ihrer wechselvollen Geschichte, zum anderen mit Blick auf andere
Formen der Elisabeth-Rezeption, die viele religions-, sozial- und
mentalitätsgeschichtliche Aspekte herausarbeiten sowie die
anhaltende Popularität der Person Elisabeths und fortwährende
Aktualität ihres Wirkens verdeutlichen.
Im einzelnen umfaßt der erste Teil unter anderem
den Beitrag von Ralf Schmidt über die Achatschale des Stockholmer
Kronreliquiars, in dem der Autor eine interessante und gut begründete
These zur Herkunft des Achats aufstellt;
den Wiederabdruck des vergriffenen Textes von Erika Dinkler-von
Schubert über den Elisabethschrein zu Marburg und
die Abhandlung von Rita Amedick über den Edelsteinschmuck
desselben als Zeugnis internationaler Beziehungen im Zeitalter der
Kreuzzüge.
Im zweiten Teil beschäftigen sich
Christine Reinle mit männlichem Handeln aus dem Bereich der
religio im Umfeld der heiligen Elisabeth (Landgrafen Ludwig
III., Hermann I., Ludwig IV., Heinrich Raspe, Konrad IV.);
Ingrid Kloerss mit Beginen in Marburg (13./14. Jh.), meist in Verbindung
mit dem Deutschen Orden, und untersucht deren soziale Herkunft,
Familienstand, rechlichen Status und Vermögensverhältnisse
bis hin
zum Nachleben der heiligen Elisabeth in der musikalischen Praxis
des 19. Jahrhunderts im Beitrag von Bianca Nassauer anhand zweier
Beispiele, nämlich den Oratorien von Franz Liszt und Heinrich
Fidelis Müller.
Diesem Band wird eine DVD mit farbigen Gesamt- und Detailaufnahmen
der Elisabeth-Reliquiare von Marburg, Stockholm und Bendorf-Sayn
beiliegen, wodurch die erhaltengebliebenen, zeitgenössischen
Elisabeth-Reliquiare zum ersten Mal seit mehr als 750 Jahren wenigstens
virtuell wieder zusammengeführt sein werden, nicht nur um den
Leser zu erfreuen, sondern auch um die Forschung zu befördern.
Darüber hinaus enthält der Band die vorbildliche ikonografische
Beschreibung und Erläuterung des Marburger Reliquiars sowie
die Geschichte der Marburger Elisabeth-Reliquiare seit ihrer Herstellung.
Eine Veröffentlichung
des Marburger Mittelalter Zentrums
REZENSIONEN
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